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Chronisches Müdigkeitssyndrom Chronic Fatigue Symdrom (CFS)
CFS Symptome Ursachen und Krankheitsentstehung Kriterien der Krankheit Diagnostik und Therapie
Erst in den letzten Jahren gibt es häufiger Veröffentlichungen über das Chronische Müdigkeitssyndrom = Chronic Fatigue Syndrome (CFS) = Chronic Fatigue Immune Dysfunction Syndrome (CFIDS). Dabei handelt es sich nicht um eine neue Erkrankung, sondern wird in der medizinischen Literatur schon seit etwa 70 Jahren beschrieben.
Symptome: Bei manchen Patienten beginnt die Krankheit schleichend, bei anderen quasi über Nacht. Doch ganz gleich, wie jede individuelle Krankheitsgeschichte aussieht - ein Symptom haben alle Patienten gemeinsam: eine ständige, lähmende Erschöpfung, die normale Alltagsaktivitäten fast unmöglich macht. Die Erkrankung zeichnet sich in erster Linie durch eine schwere Abgeschlagenheit mit Reduktion der üblichen Aktivität um 50 % für die Dauer von mindestens sechs Monaten aus. Begleitet werden kann dieser Aktivitätsverlust von den unterschiedlichsten Symptomen, wie übersteigertem Schlafbedürfnis, Schlafstörungen, mäßiges Fieber, Frösteln, immer wiederkehrende Infekte der Atemwege, der ableitenden Harnwege, des Magen-Darm-Traktes, Halsschmerzen Lymphknotenschwellungen, Übelkeit, Herzbeschwerden, Allergien, Muskel- Gelenk- und Gliederschmerzen, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Verwirrtheit, Konzentrationsstörungen, Vergesslichkeit, Depressionen und vieles mehr.
Schon seit Jahren sind Wissenschaftler in aller Welt den Ursachen der rätselhaften Erkrankung auf der Spur. Zunächst glaubte man, dass bestimmte Viren (in Verdacht standen Herpesviren und EBV-Viren) oder Bakterien die Ursachen dieser Krankheit sind. (Sie kommen eher als Auslöser in Betracht) Später wurde das CFS meist auf psychische Störungen zurückgeführt. Weil die behandelnden Ärzte keine körperliche Ursache für die Beschwerden finden können, wurden und werden CFS-Patienten als psychisch krank abgestempelt und falsch behandelt.
Ursache und Krankheitsentstehung: Heute sieht die Forschung klarer. Aktuellen wissenschaftlichen Daten zufolge steckt hinter dem CFS weder ein bestimmter Krankheitserreger noch eine kranke Psyche. Nach dem derzeitigen Wissensstand handelt es sich bei dieser Erkrankung um eine komplexe Regulationsstörung oder um einen Kommunikationsfehler im Immunsystem.
Die körpereigene Abwehr der CFS-Patienten ist aus dem Gleichgewicht geraten. Auf der einen Seite ist das Immunsystem übermäßig aktiviert und greift sogar den eigenen Körper an. Auf der anderen Seite haben Krankheitserreger gerade bei einem derart aktivierten Immunsystem leichtes Spiel. Der Grund ist, dass das Immunsystem zu sehr mit sich selbst beschäftigt ist und seine wichtigste Aufgabe, die Abwehr von Erregern, sträflich vernachlässigt. Infektionen mit Viren, Bakterien oder Pilzen sind bei CFS-Kranken daher an der Tagesordnung. Diese Infekte schwächen die Patienten zusätzlich.
Kriterien der Krankheit: Hauptkriterien Schwere Abgeschlagenheit und Erschöpfung mit Reduktion der üblichen Aktivität um ca. 50% für die Dauer von mindestens 6 Monaten. Ausschluss aller anderen Erkrankungen, die zu obiger Erschöpfung führen können.
Nebenkriterien
- Mäßiges Fieber oder Frösteln
- Hals- und Rachenentzündungen
- Lymphknotenschwellungen oder -entzündungen
- Muskelschmerzen und Muskelschwäche
- Gelenkschmerzen ohne Schwellung oder Rötung
- Kopfschmerzen, die sich in Häufigkeit oder Art früherer Kopfschmerzen stark unterscheiden
- Erhebliche Erschöpfung nach ganz normaler Anstrengung
- Schlafstörungen oder übersteigertes Schlafbedürfnis
- Depressionen
- Vergesslichkeit
- Reizbarkeit
- Konzentrationsschwäche
- Verwirrtheitszustände
- Lichtscheue
- Gesichtsfeldausfälle
Weitere Nebenkriterien
- Gefühlsschwankungen
- Atemwegsinfekte
- Herzklopfen
- Schwindel
- Nachtschweiß
- Verdauungsstörungen
- Augentrockenheit
- Sehstörungen
- Magen-Darm-Infekte
- Übelkeit
- Nahrungsmittelunverträglichkeiten
- Allergien
- Haarausfall
- Taubheitsgefühle
- Hautveränderungen
Diagnostik und Therapie: Durch einen medizinischen Entwicklungssprung in den letzten Jahren wurden die Strukturen des Immunsystems untersuchbar und erklärbar gemacht. Gefundene Defekte können z. B. mit immunstimulierender, immunmodulatorischer oder anderen Therapien manchmal behoben werden. Mit Beseitigung der Immunstörung werden die Symptome des Chronic-Fatigue-Syndrome vermindert und manchmal, wenn der Schaden noch nicht so groß ist, verschwinden sie ganz.
Bereits im August 1994 wurde die nachfolgend aufgeführte, diagnostische Vorgehensweise nach der ersten CFS-Experten-Tagung unter Vorsitz von Prof. Dr. Gerhard Krüger, Universität Köln, vom Bundesministerium für Gesundheit empfohlen.
A) Eingangsdiagnostik
- Standard-Anamnese
- Routinemäßige physische Eingangsanamnese
B) Weiterführende Untersuchungen
- Klinische Chemie
- BSG
- gesicherte Eiweiß- u. Elektrophorese
- Glukose
- Natrium
- Kalium
- Calcium
- Phosphor
- Eisen
- Selen
- Magnesium
- Zinn
- Ferritin
- SGPT
- yGT
- CK
- Harnstoff
- Kreatinin
- Hämatologie
- Gesamtblutbild und Differenzialblutbild
- Immunologie
- Multitest Merieux
- Immunglobuline IgG, IgA, IgM, CRP
- Autoantikörper: ANA, ENA, Anti-Schilddrüse
- Endokrinologie
- Plasma 1,25 Dihydroxy-Vitam. D3
- TSH
- DHEA
- Serologie
- EBV-IgG-anti-EA
- EBNA
- HHV-6-IgG
- CMV-IgG, IgM
- Borrelia burgdorferi (je nach Anamnese auch HIV 1,2)
C) Zusatzuntersuchungen nach gezielter Indikation
- Hauptsymptom: Myalgie / Arthralgie (Muskel und Gelenke)
- Rheumatologische und neurologische Diagnostik: RF
- CIC (standardisiert, Clq-Bindung)
- CK
- IgE-Antikörper: ssDNA
- dsDNA
- nRNP
- Histon
- SS-A
- SS-B
- Sm
- ANCA
- ASMA Infektionsserologie: Borrelien
- Chlamydien
- Campylobacter
- Yersinien
- Enteroviren
- Parvoviren, (Kinder/Jugendliche: Adenoviren; Rubella; Mumps) (ggf. EMG; Muskelbiopsie)
- Hauptsymptom: Neuropsychiatrische Störung (Neurologische und psychiatrische Bewerden)
- Ergänzendes neurologisch-psychiatrisches Konsil einschließlich Diagnostik von Multiple Sklerose und endogenen Psychosen
- Entwicklungsstörungen bei Kindern und Jugendlichen
- Liquorserologie
- Vitamin-B-Stoffwechsel (B1, B6, B12)
- bei neurologischer Symptomatik gegebenenfalls Serologie: Coxsackie
- VZV
- Masern
- Mumps
- Röteln
- Borrelien
- Lues
- Toxoplasmose
- HIV (Alter und Anamnese als Indikator berücksichtigen)
- Leitsymptom: Kardiale Beschwerden (Herz)
- Internistisch-kardiologisches Konsil
- CK (spezifisch und unspezifisch)
- Serologie (bei klinischen Entzündungszeichen)
- Coxsackie
- Echovirus
- Adenovirus
- Borrelia burgdorferi
- Hauptsymptom: Gastrointestinale Störungen (Magen / Darm)
- Internistisch-gastroenterologisches Konsil
- Vitamin B12 / Folsäurestoffwechsel
- Hepatitisserologie
- Serologie (nur gezielt entsprechend Symptomatik)
- Adenoviren
- Rotaviren
- Yersinien
- Campylobacter je nach Anamnese
- Samonellen
- Shigellen
- Brucellen
- gegebenenfalls Stuhluntersuchungen
- Parasiteneier
- Amöben
- Toxocara
- Hauptsymptom: Exantheme (Haut / Schleimhaut)
- Serologie
- Parvoviren
- Borrelien (Gegebenenfalls HIV, Lues) je nach Alter und Aspekt
- Masern
- Röteln
- VZV, gegebenenfalls dermatologisches Konsil oder rheumatologische Diagnostik
- Hauptsymptom: Lymphadenopathie (Lymphknoten)
- Zusätzlich Serologie
- Toxoplasmose
- Yersinien
- HIV, je nach Alter
- Masern
- Röteln
- Adenoviren (Biopsie nur nach sehr gezielter Indikation, insbesondere zum Ausschluß maligner Erkrankungen Sarkoidose und Tuberkulose)
- Hauptsymptom: Respiratorische Symptome (Atemwege)
- Röntgen-Thorax
- gegebenenfalls Sputumuntersuchung
- gegebenenfalls Lungenfunktion, je nach Röntgen- und Blutbefund (Leukozytose; Art?)
- zusätzliche Serologie
- Chlamydien
- Mycoplasmen
- Legionellen
- Aspergillus (auch allergische Aspergillose)
- Adenoviren
- RSV
- Coxsackie
- Influenza
- Parinfluenza
- Toxocara
- Hauptsymptom: Abwehrschwäche / Allergien
- Lymphozytentypisierung
- CD3
- CD2 / CD26
- CD8
- CD4 / CD29
- CD16 / CD56
- CD20
- Lymphozytenstimulationstest
- IgE und Immunglobulin-Subklassenbestimmung
- Komplement CH 50
- AP 50
- NK-Zell-Funktionstest
- Prick-Test (Kinder)
Es gibt mittlerweile gute Testverfahren, die von einigen Laboratorien angeboten werden.
Weitere Informationen zu CFS bekommen Sie vom Fachbeirat des Ha.B.T. Bundesverband HausBauTechnik, Haustechnik und Baustoffe, Klima- und Gesundheitsschutz im Bauwesen
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