Allergiker Bild oben02


Gesundheit durch Vermeidung von Schadstoffen!

 

Atmung

1. Die Atemwege als Eingangstor für Schadstoffe
2. Inhalationsallergene in Innenräumen
3. Symptome der wichtigsten Inhalationsallergien
3.1 Allergischer Schnupfen
3.2 Allergisches Asthma
3.3 Allergische Alveolitis


1. Die Atemwege als Eingangstor für Schadstoffe

Schleimhäute überziehen alle innere Körperoberflächen, so auch die Atemwege. Sie haben ständig Kontakt mit der Außenluft, und sind demzufolge den Einflüssen der mit der Luft zugeführten Schadstoffen ununterbrochen ausgesetzt. Die Atemwege bestehen aus:
· Nasenraum
· Mundhöhle
· Rachen
- Kehlkopf
- Luftröhre
- grossen Bronchien
- kleinen Bronchien
1 Stirn und Nasennebenhöhlen
2 Nasenhöhlen
3 Mundhöhle
4 Luftröhre
5 Bronchien/Lunge
6 Lungenbläschen Abb.1 Aufbau der Atemwege

Durch Nase und Mund wird die Luft eingeatmet und gelangt über ein weitverzweigtes Netz von Bronchien in die Lungenbläschen.

Die Oberfläche der Lungenbläschen beträgt beim Erwachsenen 70 - 100 m².

Man denke vergleichsweise an den Inhalt von Staubsaugerbeuteln, der Woche für Woche in einer Wohnung anfällt vor, um eine Vorstellung davon zu erhalten, weiche Staubmengen die Atmungsorgane zu bewältigen haben. Die Lungenbläschen, in denen der Gasaustausch (Sauerstoff gegen Kohlendioxid) stattfindet, sind von feinen Blutgefässen umgeben. Die Bronchien sind mit einer Schleimhaut ausgekleidet, die unzählige winzige Flimmerhärchen trägt. Die Flimmerhärchen haben wichtige mechanische Reinigungsfunktionen. Sie erzeugen einen Bewegungsstrom an der feuchten Oberfläche, der zum Ausgang, also mundwärts gerichtet ist. So müssen Staubpartikel und feste Schadstoffe, die in die Lunge gelangt sind, mit diesem Strom hinausbefördert werden. Wenn dieser Mechanismus überfordert ist oder nicht ausreicht, entsteht Hustenreiz.

 

2. Inhalationsallergene in Innenräumen
Neben toxischen und unspezifisch-irritativen Schadstoffen spielen in der Innenraumluft Allergene die entscheidende Rolle.

In der Innenraumluft liegt praktisch immer ein Gemisch verschiedener potentieller Allergene vor, unter denen der Hausstaubmilbe wohl die grösste Bedeutung zukommt.

Hausstaub ist ein unterschiedlich zusammengesetztes Gemisch von Hausstaubmilben, Milbenkot, Schimmelpilzsporen, Bettfedern, Insektenstaub, Bakterien, Pollen, Hautschuppen und Haaren von Mensch und Tier, Abrieb von Teppichen, Textilfasern. Außer im Hochgebirge (über 1500m) und in polaren Klimazonen ist die Hausstaubmilbe überall verbreitet. Die HausstaubmiIbe ist ein mikroskopisch kleines tierisches Lebewesen. Nicht die Milbe selber, sondern ihr Kot löst die allergische Reaktion aus.

Die Mehrzahl der deutschen Haushalte ist erheblich mit Milben kontaminiert. wie jüngst veröffentlichte Untersuchungen (Elixmann. Jorde. Schata 1991) zeigend: über 30% der Milben wurden in den Matratzen, 34% in Bettmalerialien wie Oberbetten, weitere 18% in Polstergarnituren gefunden. 20% wurden in Teppichen und Teppichbelägen isoliert, im Staub aus Betten werden ca. 4000 Milben pro Gramm gefunden. Die Milbenkonzentration kann aber auch erheblich höher sein. Es wird geschätzt. dass bei Milbenallergikern ca. 100 - 200 Hausstaubmilben pro Gramm Staub ausreichen, um eine allergische Reaktion hervorzurufen. Während der Heizperiode zerfällt der Milbenkot in pulverförmigen Staub. Die Kotpartikel haben eine Grösse von 10 bis 40pm (0.01 bis 0.04 mm), und sind grob mit der Grösse eines Pollenkorns vergleichbar.

Normale Staubsaugerbeutel können das Allergen nicht zurückhalten. Staubsaugen trägt somit dazu bei, die Allergene aufzuwirbeln. Auf diese Weise gelangen sie erst durch Einatmen in Nase und Lunge.

Beliebte Hausstaubreservoirs sind

  • · Betten
  • · Matratzen
  • · Kissen
  • · Polstermöbel
  • · Teppiche
  • · Fussbodenfugen
  • · Bibliotheken
  • · Vorhänge
  • · Plüschspielzeug
  • Tierhaare bzw. Tierepidermisbestandteile sind besonders aggressive Innenraumluft-Allergene. Durchschnittlich jeder 10.Tierhalter, darunter viele Kinder, reagiert allergisch gegenüber Tierhaaren. Bei Personen mit Katzen und Nagetierkontakt geht man sogar von einer 50%igen Sensibilisierungsrate aus. Tiere hinterlassen Hautschuppen und Haare. Allerdings kann auch der Speichel von Tieren allergische Reaktionen auslösen.
  • Pollen spielen als Allergene der Innenraumluft insofern eine bedeutende Rolle als nur schwer verhindert werden kann, dass sie bei geöffneten Türen und Fenstern, besonders bei hoher Pollenkonzentration in geschlossene Räume eindringen.
    Von Bedeutung sind vor allem jene Windblütler, die sich im Umkreis von etwa 300 - 500 m um das Haus befinden.

    Über den Nutzen der Pollenwarndienste sind die Meinungen geteilt, da eine wirkliche ‹‹Vorhersage›› nicht erfolgt, sondern immer nur der aktuelle Pollengehalt der Luft mit sog. Pollenfallen ermittelt wird. Damit wird eine Information gegeben, die der Patient als ‹‹biologischer Indikator›› oft viel sensibler selbst ermittelt. Somit steigt der Stellenwert der individuellen Prophylaxe, wann immer sie möglich ist.
    Außer den bereits genannten Auslösern spielen noch Schimmelpilze und Stäube pflanzlicher Herkunft in der allergologischen Praxis eine Rolle. Allerdings sind diese Stäube eher in Gewerberäumen als in häuslichen Verhältnissen anzutreffen.

     

    3. Symptome der wichtigsten Inhalationsallergien
    Aero-Allergene können bei entsprechender Reaktionsbereitschaft verschiedenartige Krankheiten auslösen und zwar ist die Art der Erkrankung abhängig davon, an welchem Atemwegsabschnitt die allergische Reaktion stattfindet. Die Struktur des Organs bestimmt letztlich mit ihrem spezifischen Gehalt an Zellen, mit ihren Funktionen, welche Komponente der allergischen Entzündung überwiegt und damit das Charakteristische der klinischen Symptomatik ausmacht.

     

    3.1 Allergischer Schnupfen
    An allergischem Schnupfen leiden schätzungsweise 1/5 aller Menschen. Es ist somit die häufigste Atemwegsallergie.
    Charakteristisch für den allergischen Schnupfen sind:

    • · Niesen
    • · Nasenjucken
    • · Nasenlaufen
    • · behinderte Nasenatmung
  • Zu Beschwerden kommt es nur dann, wenn der Kontakt mit dem Allergen erfolgt, beispielsweise in der Pollensaison. In diesem Fall tritt der Saisoncharakter der Erkrankung klar hervor. Weniger saisonabhängig sind hingegen allergische Reaktionen auf
    • · Hausstaub
    • · Hausstaubmilben
    • · Bettfedern
    • · Tierhaare
    • · Schimmelpilze
  • Nicht selten sind die Symptome begleitet von Reaktionen an der Augenbindehaut (Tränenfluss, Augenjucken und Brennen), der Nasennebenhöhlen, mitunter aber auch von Symptomen eines allergischen Asthma (Husten, Engegefühl im Brustkorb, Geräusche bei der Atmung, Atemnot).
  • Wie stark die Symptome sind, hängt von der Allergenkonzentration in der Luft ab.

    Beim Heuschnupfen oder Heufieber ist es bei weitem nicht nur der Kontakt mit Heu, der zu Krankheitssymptomen führt. Die Erkrankung wird vielmehr durch Pollen ausgelöst (deshalb ‹‹Pollinose››) und geht auch nur selten mit Fieber einher.

    Bei einigen Patienten bleibt die Allergie nicht auf die oberen Atemwege beschränkt, sondern geht in ein allergisches Asthma über. Präventive Maßnahmen sollen dazu beitragen, diesen auch als ‹‹Etagenwechsel›› bezeichneten Krankheitsverlauf zu beeinflussen. Die Allergenreduktion spielt dabei eine wichtige Rolle. Besonders charakteristisch ist der Etagenwechsel bei einer Tierhaarallergie. Umgekehrt gibt es nur wenige Patienten mit einem allergischen Asthma, bei denen nicht mehr oder weniger stark auch Schnupfenbeschwerden auftreten.

    Die konsequente Meidung der Allergene und die prophylaktische Behandlung mit Arzneimitteln sind hier die wichtigste Maßnahmen, um das Risiko des Übergangs eines Schnupfens in ein Asthma zu verringern.

     

    3.2 Allergisches Asthma
    Für die Auslösung und Verstärkung von Asthmasymptomen sind grundsätzlich sehr verschiedene und nicht nur Aero-Allergene, sondern auch unspezifische Reiz- und Schadstoffe in der Luft von Bedeutung. Zu den Asthmaauslösern zählen unter anderem:

    • · Bekannte auslösende Allergene
    • · Hausstaub
    • · Kosmetik und Haushaltsprays
    • · Küchendunst
    • · Zigarettenrauch
    • · Abgase
  • Es sei darauf hingewiesen, dass neben Aero Allergenen auch Nahrungsmittel oder Arzneimittel allergische oder pseudoallergische Reaktionen an den Atemwegen auslösen können.
  • Das allergische Asthma ist wie jede Form des Bronchialasthma durch den Anfallscharakter der Atemnot charakterisiert.

    Asthma läuft an den kleinen Bronchien ab und beruht auf einer anlagebedingten Überempfindlichkeit des gesamten Bronchialsystems. Ein typischer Asthmaanfall tritt plötzlich auf bzw. die bereits bestehende Atemnot verschlechtert sich plötzlich. Die Ausatmung ist erschwert und von pfeifenden, giemenden oder brummenden Tönen begleitet. Ein heftiger, lästiger Husten begleitet nicht selten die Atemnot und löst sie manchmal sogar aus. Beim Husten wird mühsam zäher weißer Schleim aus den Bronchien abgesondert.

    Eine Asthmaerkrankung erfordert eine konsequente Behandlung, die regelmäßig wirksame Arzneimittel einschließt, die sowohl der Beseitigung aktueller Beschwerden als auch der Vorbeugung (Hemmung der unspezifischen bronchialen Entzündung) dienen.

     

    3.3 Allergische Alveolitis
    Organische und anorganische Stäube in der Atemluft können diese allergische Erkrankung der Atmungsorgane auslösen. Verglichen mit dem Asthma tritt die allergische Alveolitis selten auf. Es handelt sich um eine Lungenerkrankung im engeren Sinne, bei der nicht die primär die Atemwege, sondern die Lungenbläschen und das sie umgebende Bindegewebe betroffen sind. Anders als beim allergischen Asthma oder Heuschnupfen handelt sich um eine allergische Reaktion vom Typ III, bei der Antikörper eines anderen Typs (IgG) gebildet werden.

     

    Schimmelpilzallergene
    (verschimmeltes Heu)

     

    Tierallergene

    ↓?

     

    ↓?

    Farmerlunge

     

    Taubenzüchterlunge

    Am bekanntesten ist die Erkrankung unter der Bezeichnung Vogelhalterlunge.

    Die Erkrankung beginnt im Unterschied zum Asthma langsam, und zwar mit Atemnot, Husten, Fieber, Schüttelfrost, Muskel und Gliederschmerzen. Auch im akuten Stadium entstehen die Beschwerden nicht wie beim Asthma sofort, sondern zeitlich verschoben meist 6 bis 8 Stunden nach Kontakt mit dem Aero-Allergen. Ein weiterer Unterschied zum Asthma besteht darin, dass nicht die Ausatmung, sondern die Einatmung behindert ist.

    Bei Fortbestehen des Allergenkontaktes wird die Erkrankung chronisch und kann zu schweren sekundären Schäden an Lunge und Herz führen.

    Die Ausschaltung der Aero-Allergene ist bei der allergischen Alveolitis somit von entscheidender Bedeutung für das Schicksal des Patienten.

    Weitere Informationen zur Athmung bekommen Sie von der Patientenliga Atemwegserkrankungen e.V. und vom Fachbeirat des Ha.B.T. Bundesverband HausBauTechnik, Haustechnik und Baustoffe, Klima- und Gesundheitsschutz im Bauwesen

     

    [Home] [News] [Allergien] [Atmung] [CFS] [MCS] [Feinstaub] [Saubere Luft] [Schadstoffe] [Zigarettenq.] [Wissen A-Z] [Kontakt] [Impressum]