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Gesundheit durch Vermeidung von Schadstoffen!

 

Allergien:

Allergien als neue Volksseuchen?
Was ist eine Allergie?
Allergische Reaktionsbereitschaft
Allergieauslöser
Symptome und Ursachen von Allergien
Allergiediagnose
Frühe Nahrungsmittelallergien
Allergien bei Kindern
Hyposensibilisierung (Immuntherapie)
Inhalationsallergien
Der Allergie-Karriere vorbeugen!

Neue Studie des Umweltbundesamtes zur Häufigkeit von Kontakt-Allergien in der Bevölkerung
Zur Häufigkeit von Allergien:
Liste der wichtigsten chemischen Allergene:
Die besondere Bedeutung der Duftstoffe:
 

Allergien als neue Volksseuchen?
Die zunehmende Häufigkeit von allergischen Erkrankungen und Asthma stellt die Präventionsmedizin, den Umweltschutz und die pharmakologische Forschung nicht erst seit heute vor qualitativ neue Herausforderungen. Von neuen kausalen Behandlungsansätzen ist man immer noch weit entfernt. Es fällt zunehmend schwerer, für die wichtigsten medizinischen, sozialen, volkswirtschaftlichen und Kostenfragen akzeptable Lösungen zu finden. Allergien und Asthma nehmen in den Augen vieler Ärzte und Betroffener immer mehr den Charakter von Volksseuchen an. Asthma ist heute bereits die häufigste chronische Erkrankung bei Kindern überhaupt.

Zusammenhänge vermutet man nach heutiger Erkenntnis mit:

  • · Allergen und Schadstoffbelastung der Umwelt
  • · Veränderungen der immunologischen Reaktionsfähigkeit
  • · Veränderungen der unspezifischen Reaktivität und Barrierefunktion der Haut und Schleimhäute
  • · genetischen Faktoren

Dabei können diese Faktoren einander bedingen. Die Erwartungen, die an wirksame Methoden zur Eindämmung dieser Entwicklung geknüpft werden, sind angesichts dieser Situation verständlicherweise gross. Einige dieser Faktoren können, wenn überhaupt, nur begrenzt beeinflusst werden. Andere hingegen, die von aussen auf den Menschen einwirkenden Faktoren, unterliegen sehr wohl der bewussten Beeinflussung durch den Menschen selbst. So kommt der Reduktion der Allergenbelastung vor allem deshalb grosse Bedeutung zu, weil bei frühzeitigem Beginn, das Fortschreiten der Erkrankung, vermutlich sogar die Manifestation einer Allergie selbst, insbesondere bei gefährdeten Kindern, merklich beeinflusst werden kann.
Das individuelle Allergiespektrum eines Kranken ist ein getreues Abbild seiner Umgebung. Aus dieser Erkenntnis ergeben sich folglich die Möglichkeiten einer individuellen Einflussnahme.

 

Was ist eine Allergie?
Allergien waren bereits vor über 3000 Jahren den Chinesen bekannt. Sie gehören heute zu den am meisten verbreiteten Krankheiten. Es gibt Schätzungen, die davon ausgehen, dass ein Viertel der Bevölkerung mit Allergien konfrontiert waren oder sind.

Den Allergien liegt gewissermaßen eine krankmachende Steigerung von natürlichen Immunfunktionen zugrunde. Das Immunsystem ist das jederzeit bereite menschliche Überwachungssystem. Es erkennt körperfremde Substanzen mit hoher Perfektion. Es hat die Aufgabe, Antikörper zu bilden, wenn Fremdsubstanzen in den Organismus eindringen und wacht somit darüber, dass die Individualität jedes Organismus unangetastet bleibt. Mit anderen Worten, das Immunsystem ist nicht nur dafür verantwortlich, dass körperfremde Substanzen erkannt, sondern auch unschädlich gemacht werden. Sowohl die Bildung von Antikörpern, wie auch die Abwehrreaktionen von Lymphzellen. tragen dazu bei. Da die menschlichen Atemwege mit ihrer riesigen freiliegenden Oberfläche nahezu ungeschützt und ohne Unterbrechung den Einflüssen der Umwelt mit der Atemluft ausgesetzt sind, stoßen die natürlichen Kompensationsmechanismen nicht selten an ihre Grenzen. Manifestationen allergischer Reaktionen spielen hier auch eine dementsprechend große Rolle. wie am Beispiel des Heuschnupfens oder des allergischen Asthma erkennbar wird.

In qualitativer Hinsicht unterscheidet sich die ‹‹allergische Reaktion›› nicht von der eben beschriebenen Immunreaktion. Bei der Allergie findet man eine ‹‹überschiessende›› Bildung von Antikörpern nach Kontakt mit einem allergisierend wirkenden Stoff, auch als Allergen bezeichnet.
‹‹Allergisch›› reagieren heißt also ‹‹anders›› reagieren. Die Betroffenen reagieren übersteigert auf Stoffe oder Reize, die normalerweise von den meisten Menschen vertragen werden. Die Symptome äußern sich oft am Ort des Allergenkontaktes


Die Allergie ist somit eine überschießende Reaktion des Immunsystems auf Substanzen, die für die meisten Menschen harmlos sind.
Viele Allergiker kennen die verantwortlichen Allergene. die bei ihnen Symptome auslösen. Wenn dann Allergene vermeidbar sind. ist dies weniger belastend.
Die meisten Atemwegsallergien sind allergische Sofortreaktionen, d.h. die Symptome entstehen oder verstärken sich innerhalb weniger Minuten nach dem Kontakt mit den Allergenen.
Allergische Reaktionen tendieren nicht selten zur Verstärkung, insbesondere dann, wenn der Kontakt mit dem oder den Allergenen unverändert fortbesteht.

 

Allergische Reaktionsbereitschaft
Eine gesteigerte allergische (auch: atopische) Reaktionsbereitschaft wird angenommen, wenn bestimmte Krankheiten wie Milchschorf im Säuglingsalter, Heuschnupfen, Asthma, Neurodermitis angegeben werden, auch wenn diese zum Zeitpunkt der Untersuchung keine Aktualität besitzen. Ein weiterer Hinweis ist die familiäre Häufung dieser Erkrankungen. Der Nachweis erhöhter Antikörperkonzentrationen im Blut oder positive Ergebnisse allergologischer Hauttests zeigen eine gesteigerte allergische Reaktionsbereitschaft an.

Diese erhöhte allergische Reaktionsbereitschaft an sich ist noch keine Krankheit, sie weist jedoch auf das erhöhte Risiko hin, dass sich allergische Krankheiten unter ungünstigen Bedingungen, insbesondere bei Exposition mit den relevanten Allergenen, jederzeit manifestieren können. Sie liegt der Entstehung der allergischen Erkrankung immer zugrunde.

Vereinfacht lassen sich die Zusammenhänge wie folgt darstellen:
Veranlagung + intensiver Allergenkontakt = erhöhtes Erkrankungsrisiko
 

 

Allergieauslöser:
Noch breiter als die Vielfalt allergischer Symptome ist die Palette der Substanzen, die in der Lage ist, allergische Erscheinungen auszulösen. Diese Substanzen werden als ‹‹Allergene›› bezeichnet. Die folgende Tabelle* soll einen Überblick über die wichtigsten Aero-Allergene geben.

Allergene

- tierischen Ursprungs:

- pflanzlichen Ursprungs:

- chemischen Ursprungs:

  • · Säugetierepithelien
  • · Federn
  • · Insektenbestandteile
  • · Hausstaubmilbenbestandteile
  • · Crustacea (z.B. Wasserflöhe)
  • · Pollen
  • · Getreidestäube
  • · Mehle und Kleien
  • · Textilfasern
  • · Holzstäube
  • · Pilzsporen
  • · Kaffeebohnen
  • · Naturgummi
  • · ätherische Öle
  • · Duftstoffe
  • · Epoxydharze
  • · Phthalsäureanhydrid
  • · Metallsalze
  • · Isozyanate
  • · Enzyme
  • · Arzneimittelstäube

* nach Gronemeyer und Fuchs

 

Symptome und Ursachen von Allergien:
Wie unterschiedlich sich eine Allergie auch äußern mag, so entwickelt sie sich doch meist mit fortschreitendem Alter des Patienten nach einem bestimmten Schema. Die folgende Übersicht gibt einen Überblick über Allergien, wie sie üblicherweise im Kindesalter im Alter von ca. 0 - 7 Jahre und darüber hinaus auftreten. Mit ihrer Hilfe können mögliche Ursachen ein- bzw. ausgeschlossen werden, bevor mit einer verfeinerten Diagnose begonnen wird.

 

0

1

2

3

4

5 - 7

> Jahre

Symptome

 

 

 

 

 

 

 

Magen-Darm-
Beschwerden

Nahrungsmittel

 

 

 

 

 

 

Hautreaktionen,
Ekzeme

Nahrungsmittel,

Milben,

Tierschuppen,

Schimmelpilze

 

 

 

Atemwegs-
reaktionen

Pollen,

Milben,

Tierschuppen,

Schimmelpilze

 

 

 

Asthma

 

 

Medikamente,

Pollen,Milben,

Tierschuppen, Schimmelpilze

 

Bindehaut-
entzündung

 

 

 

 

Pollen, Tierschuppen,

Schimmelpilze

Nasenschleim-
hautentzündung

 

 

 

 

Pollen, Tierschuppen,

Schimmelpilze

 

 

0

1

2

3

4

5 - 7

> Jahre

Zeitraum:

 

 

 

 

 

 

 

Saisonaler Zeitraum:

 

 

 

 

 

 

 

Blütezeit

 

Pollen,

Früchte

 

 

 

 

Herbst

 

 

 

Schimmelpilze,

Haustiere

 

 

Winter

 

 

 

Haustiere

 

 

 

Ganzjährig

 

Nacht

Milben,

Schimmelpilze

 

 

 

 

 

Tag

 

Tierschuppen,

Schimmelpilze

 

 

 

 

 

 

0

1

2

3

4

5 - 7

> Jahre

Umgebung:

 

 

 

 

 

 

 

Innenräume:

 

 

 

 

 

 

 

Haustiere

 

Milben,

Tierschuppen

 

 

 

 

Bett (v.a. nachts)

Milben

 

 

 

 

 

 

Außenbereich:

 

 

 

 

 

 

 

Garten, Wald

 

 

 

Pollen,

Schimmelpilze

 

 

Schule, Hort

 

 

 

Pollen,

Schimmelpilze,

Tierschuppen

 

Tiere

 

 

 

Tierschuppen

 

 

 

 

 

0

1

2

3

4

5 - 7

> Jahre

Sonstige Faktoren:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Medikamentöse
Behandlung

Medikamente

 

 

 

 

 

 

Insekten

Insekten

 

 

 

 

 

 

 

Haustiere: Tiere, die in Innenräumen gehalten werden

Tierschuppen: Alle Tiere, mit denen der Patient Kontakt hat

 

Allergiediagnose:
Neben der körperlichen Untersuchung und der Befragung zur Krankheitsgeschichte (natürlich auch zu allergischen Erkrankungen in der Familie) gibt es verschiedene Methoden, mit denen sich Allergien nachweisen lassen.

Hauttest:
Unter den Hauttests wird der so genannte Prick-Test am häufigsten eingesetzt. Jeweils ein Tropfen verschiedener potentieller Allergene wird auf die Haut aufgebracht und diese an genau dieser Stelle mit einer kleinen Lanzette oberflächlich angeritzt, Anhand der Hautreaktion kann der Arzt/die Ärztin sehen, welche Substanz eine allergische Antwort (Quaddelbildung, Rötung) hervorruft. Solche Hauttests liefern bei Verdacht auf Nahrungsmittelallergie jedoch häufig falsche Ergebnisse und sind obendrein vor allem für (Klein-)Kinder eine Belastung.

Provokations - Test:
Eher selten ist es hingegen erforderlich, den Allergiker mit dem verdächtigen Allergen "auf natürlichem Wege zu konfrontieren. Bei solch einem Provokations Test werden Allergene auf die Nasenschleimhaut oder die Bindehaut der Augen gebracht oder, z. B. durch Vernebelung von Allergenextrakten, in die Lunge eingeatmet. Dieser Test sollte, da er ein gesundheitliches Risiko birgt, in einer Klinik und mit entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen durchgeführt werden. Wie auch bei den Hauttests kann es von lokalen allergischen Reaktionen bis hin zum lebensbedrohlichen Schock kommen.

Labortest:
Beim Labor Allergietest wird der Gehalt von spezifischem Immunglobulin E, einem Antikörper, im Blut bestimmt. Das IgE liegt bei Allergikern in wesentlich höherer Konzentration vor als bei Nichtallergikern. Ein Labortest hat gleich mehrere entscheidende Vorteile. Er ist für den Betroffenen absolut ungefährlich. Er ist nicht belastend, da in der Regel eine Blutabnahme genügt, und bietet sich daher vor allem auch zur Allergiediagnostik bei Babys und kleinen Kindern an. Die Ergebnisse werden nicht von eingenommenen Medikamenten oder dem Zustand der Haut beeinflusst, während Hauttests hierdurch verfälscht werden können, Bluttests sind somit nicht nur schonender, sondern auch genauer. Außerdem kann der Arzt anhand der Ergebnisse des Labortests sogar den wahrscheinlichen Krankheitsverlauf seines Patienten vorhersehen und mit geeigneten Gegenmaßnahmen oft Schlimmeres verhindern.

Was passiert beim Allergie Labortest?
Der Allergie-Labortest (Fachbegriff: in-vitro Allergiediagnostik) ist sowohl für den Patienten als auch für Arzt wesentlich einfacher als der Hauttest. Es wird etwas Blut abgenommen, in ein Labor geschickt und dort analysiert.
Gesucht wird hierbei nach den häufigsten Allergieauslösern in der Luft und in Nahrungsmitteln. Zu den Inhalationsallergenen, die eingeatmet werden, gehören die Pollen von Gräsern, Roggen, Birke und Beifuß, der Kot von Hausstaubmilben, Hautschuppen von Katze und Hund sowie Sporen von Schimmelpilzen.
Bei den Nahrungsmittelallergenen sind es Hühnereiweiß, Milch, Fisch, Weizenmehl, Erdnuss und Sojabohne.
Der Arzt erhält abschließend eine genaue Auswertung darüber, welche Allergieauslöser für die Beschwerden seines Patienten verantwortlich sind. Er kann so durch eine frühzeitige Therapie das Ausmaß der Allergie lindern und einer Entwicklung weiterer Überempfindlichkeitsreaktionen vorbeugen.

 

Frühe Nahrungsmittelallergien:
Der früheste Kontakt mit möglichen Allergenen erfolgt über den Magen-Darm-Trakt und über die Haut. Sobald Babys Kuhmilch gefüttert wird, treten bei einigen die ersten Probleme auf Erbrechen, Durchfall und Darmkrämpfe weisen auf eine Unverträglichkeit gegen Milch hin. Eine solche Allergie kann mittels einer Blutanalyse festgestellt und die Kuhmilch durch hypoallergene (allergenarme) Babynahrung ersetzt werden. Bei einem Teil dieser Kinder legt sich diese Überempfindlichkeit gegen Kuhmilch im Laufe der Kindheit wieder. Andere wichtige Allergene im Säuglingsalter sind neben Kuhmilch auch Hühnerei, Erdnuss, Obst und Fisch.

Kinder, in deren Familien bereits gehäuft schwere Allergien aufgetreten sind, sollten in den ersten sechs Monaten weder feste Nahrung noch Fruchtsäfte erhalten. Danach können andere Lebensmittel wie Reis, Gerste, Haferflocken, Säfte, Früchte, Gemüse in den Ernährungsplan mit aufgenommen werden. Am besten nur ein neues Nahrungsmittel pro Woche, damit sich das Immunsystem nach und nach mit den Fremdstoffen auseinandersetzen kann. Auf hochallergene Nahrungsmittel wie Frischmilch, Eier oder Nüsse sollte im ersten Lebensjahr ganz verzichtet werden.

 

Allergien bei Kindern:
Jeder kennt sie, keiner will sie, doch immer mehr haben sie: Allergien.
Rund 30 Prozent der Bevölkerung leiden an einer allergischen Erkrankung - Tendenz steigend. Zunehmend betroffen sind auch die Kinder, mindestens jedes Fünfte entwickelt eine Allergie.

Allergien sind häufig "Familiensache", denn die Veranlagung zu allergischen Erkrankungen wie Neurodermitis, Heuschnupfen oder Asthma ist vererbbar. Das höchste Risiko besteht, wenn beide Eltern Allergiker sind, dann beträgt die Wahrscheinlichkeit 60 Prozent, dass auch das Kind eine Allergie entwickeln wird. Ist ein Geschwister allergisch, liegt das Allergierisiko bei 25-35 Prozent. Sind innerhalb der Familie keine Allergien bekannt und gibt es auch keine Anzeichen auf allergische Reaktionen in der persönlichen Krankengeschichte, liegt die Wahrscheinlichkeit, eine Allergie zu entwickeln, immerhin trotzdem bei 5-15 Prozent.

Natürlich spielen Umwelteinflüsse wie Schadstoffe, Allergene (d.h Allergie auslösende Substanzen) in Nahrungsmitteln oder Stress für den Ausbruch einer Allergie ebenfalls eine entscheidende Rolle.

Bei einer Allergie zeigt das Immunsystem Abwehrreaktionen gegen Substanzen, die eigentlich den Menschen nicht bedrohen wie z. B. gegen Blütenpollen, Hausstaubmilben, Tierhaare, Kuhmilch, Insektengift, Medikamente, Metalle etc. Das Immunsystem kann nicht mehr richtig einschätzen, ob der "Eindringling" (in der Regel ein körperfremdes Eiweiß) die Gesundheit gefährdet und reagiert viel heftiger als es notwendig wäre mit Juckreiz, Schleimhautreizungen, Ausschlägen, Magen-Darm-Beschwerden oder Atemproblemen. Hierbei können Allergien jedoch unterschiedlich schwer verlaufen vom leichten Schnupfen bis hin zum lebensbedrohlichen Schock.

 

Die Allergiekarriere bei Kindern
Die frühen Nahrungsmittelallergien weichen im Laufe der Zeit den Inhalationsallergien. Darunter versteht man krankmachende Überempfindlichkeiten auf Allergene, die eingeatmet werden, wie z.B. Pollen oder Hausstaub. Diese Entwicklung wird auch als Allergie Karriere bezeichnet. Es wurde festgestellt, dass ca. 6 Prozent der Neugeborenen eine HühnereiweißAllergie ausbilden. Von diesen Kindern werden 46 Prozent im Alter von drei Jahren allergisch auf Hausstaubmilben reagieren. Als 5-Jährige leiden dann 40 Prozent von ihnen an Asthma!

 

Hyposensibilisierung (Immuntherapie):
Begriff: Indem über einen gewissen Zeitraum hinweg kleinere Konzentrationen des Allergie-auslösenden Stoffes z. B. als wässeriges Extrakt unter die Haut gespritzt werden, gewöhnt sich der Körper langsam an die Allergene, auf die er sonst überreagiert.

Die Hyposensibilisierung kann bereits ab dem 6. Lebensjahr durchgeführt werden. 80 Prozent der Asthma Erkrankungen im Kindesalter werden durch Allergien verursacht. Charakteristisch für die Erkrankung der Atemwege ist die anfallsweise hochgradige Atemnot. Während zu Beginn der Erkrankung allergische Mechanismen eine zentrale Rolle spielen, kann sich im Laufe der Zeit das Asthma jedoch verselbständigen, so dass es auch ohne Allergeneinwirkung zu starken Atemproblemen kommt, z. B. durch übermäßige körperliche Anstrengung, Stress oder Zigarettenrauch. Im Gegensatz zu allergischen Hautreaktionen oder Heuschnupfen kann Asthma zu lebensbedrohlichen Situationen führen.

In der Kindheit entstehende Allergien sollten ernst genommen werden, damit die Kinder nicht ihr Leben lang unter den körperlichen und damit häufig auch sozialen Folgen leiden müssen. Das A und 0 ist die frühzeitige und zuverlässige Diagnose. Sie ist der Ausgangspunkt für die richtige Behandlung (Vermeidung der Allergieauslösenden Stoffe, medikamentöse Therapie, Immuntherapie) und kann außerdem wichtige Hinweise auf den voraussichtlichen Allergieverlauf liefern.

 

Inhalationsallergien:
Das Vermeiden der Allergieauslösenden Substanzen ist ein wesentlicher Bestandteil der Behandlung, aber vor allem bei Inhalationsallergien nur schwer einzuhalten. Im Alter von 3-7 Jahren verlassen die Kinder immer öfter die häusliche Umgebung und knüpfen soziale Kontakte. Durch Kindergarten und Schulbesuch wird die Kontrolle der Umweltfaktoren, die Allergien auslösen, schwieriger. Ein Problem das häufig auftritt:
der Kontakt mit Tierhaaren durch die Kleidung von Freunden.

Zirka 50 Prozent der Kinder mit Katzen oder Hundeallergie haben kein eigenes Tier in der Wohnung. Sie schleppen die Allergene mit Kleidung und Straßenstaub mit nach Hause. Vor allem in Grundschulen finden sich hohe Konzentrationen von Tierhaarallergenen. Auch dem Kontakt mit Blütenpollen können sich von Heuschnupfen Betroffene kaum entziehen. Eine Hyposensibilisierung, d.h. die Schwächung oder Aufhebung der allergischen Reaktionsbereitschaft, bringt bei 80 Prozent der Kinder einen Therapieerfolg.

 

Der Allergie-Karriere vorbeugen!
Liegt ein familiäres Risiko vor, dass Ihr Kind eine Allergie entwickeln wird, sollten Sie es als Säugling 4-6 Monate konsequent stillen und danach erst Beikost einführen. Außerdem ist es wichtig, ein möglichst allergenarmes (häusliches) Umfeld zu schaffen, also beispielsweise keine hochflorigen Teppichböden in der Wohnung auszulegen und Tabakrauch in der direkten Umgebung des Kindes zu vermeiden (Tabakrauch fördert die frühe Sensibilisierung). Ebenso empfiehlt sich ein geeignetes Luftreinigungsgerät.

Haustiere sollten besser nicht angeschafft werden. Bei der Hautpflege sollten Sie auf Produkte mit Duftstoffen und Konservierungsmitteln verzichten und neue Kleidungsstücke vor dem ersten Tragen immer waschen. Das Wichtigste aber ist: Gehen Sie mit Ihrem Kind so früh wie möglich zu einem Kinderarzt, der auch ein erfahrener Allergologe sein sollte, und fragen Sie nach einer individuellen Allergie-Diagnostik und Beratung.


Neue Studie des Umweltbundesamtes zur Häufigkeit von Kontakt-Allergien in der Bevölkerung
Eine neue Studie des Umweltbundesamtes, die 2004 veröffentlicht wurde, hat erwiesen, dass Chemikalien einen bislang weit unterschätzten Anteil an der Gesamtzahl der allergisch sensibilisierten Patienten in Deutschland haben.

 

Zur Häufigkeit von Allergien:
In Deutschland sind etwa 15 bis 25% der Bevölkerung von atopischen Erkrankungen, d.h. Allergien im weitesten Sinne betroffen. Eine allergische Sensibilisierung ist sogar bei 1/3 der Bevölkerung nachweisbar, mit steigender Tendenz. Bei Schulkindern in Deutschland liegt die Häufigkeit (Prävalenz) für Asthma bei 4 bis 7%, für Heuschnupfen bei 12 bis 21% und für atopische Dermatitis bei 7 bis 18%. Der Anteil der Kinder, der an 2 oder 3 dieser Erkrankungen leidet, ist erheblich. (Schreiber,S., et al.: Das Krankheitsnetz „Umweltbedingte Erkrankungen“ im NGFN (Nationales Genom-Forschungs-Netz). GenomXPress 2, 2003, 11.)

Rund 7% der Bevölkerung Deutschland, d.h. mehr als 5 Millionen Menschen, erkranken jährlich am allergischen Kontaktekzem. Dieses bleibt dann meist ein Leben lang bestehen. Das Ekzem bildet sich nach direktem Kontakt mit allergenen Stoffen aus, nachdem eine frühere Sensibilisierung mit dem gleichen Stoff bereits stattgefunden hat. Die wichtigsten Kontaktallergene sind Nickel, Duftstoffe (näheres siehe unten) und Perubalsam mit Sensibilisierungsquoten von 16%, 10% und 9% bezogen auf die Gesamtzahl sensibilisierter Personen. Weitere wichtige Allergene mit Sensibilisierungsquoten über 2% sind Wollwachsalkohole, Kaliumchromat, Kolophonium, verschiedene Antibiotika und Antiseptika, Konservierungsstoffe, p-Phenylendiamin (ein Farb-Indikator), Terpentinöl, Quecksilber und Palladium (siehe unten die Liste). Die Ergebnisse stammen aus einem Forschungsprojekt „Untersuchungen zur Verbreitung umweltbedingter Kontaktallergien mit Schwerpunkt im privaten Bereich“ des „Informationsverbundes dermatologischer Kliniken“ im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA), bei dem 67 322 Patienten von 1995 bis 2002 untersucht wurden.

 

Liste der wichtigsten chemischen Allergene:

Stoff

Vorkommen/Verwendung

Sensibilisierungsquote

Nickel

Modeschmuck, Euromünzen

17% (2004)

Duftstoffe: etwa 3000 verschiedene Einzelstoffe:

- Eichenmoos

- Isoeugenol

Parfums, Waschmittel, Reinigungsmittel, Seifen

11,5%

6,8%

4 %

Chrom(IV)-Salze

Zement, Lederkleidung, Lederschuhe,

Chromsalze werden bei der Ledergerbung verwendet

k.a., aber über 2%

Farbstoffe, insbesondere verschiedene Azofarbstoffe

Haarfärbemittel

Textilfarben

k.a., aber über 2%

Formaldehyd

Desinfektionsmittel, Biozid, Ausgasung aus Kunststoff-Harzen, Möbel (Pressspan-Platten)

Unter 2%

Chlor-methyl-isothiazolinon (CIT)

Biozid, als Formaldehyd-Ersatzstoff verwendet,

in Wasser-basierten Dispersionsfarben

Stabil bei 2%

Methyl-dibromo-glutaronitril (Dibrom-dicyano-butan)

Konservierungsstoff in Kosmetika

Sensibilisieungsquoute seit 1990 “drastisch angestiegen”

Terpentinöl

Lösungsmittel in Farben

2,4%

Propolis

Harzartiger, von Bienen produzierter Naturstoff, in Naturheilmitteln und Kosmetika

Über 2%

Kolophonium

Kleber, Flussmittel für das Weichlöten, Bogenharz für Streichinstrumente, Kühlschmierstoffe, Fluorid-Lacke, Depilierwachs

4,4%

Quecksilber

Amalgamfüllungen in Zähnen, Konservierungsstoffe für Arzneimittel, homöopathische Arzneimittel,

über 2%

Palladium

Zahnersatz-Material, Schmuck

6,7%

Epoxid-Harze

Kleber, Kunststoffe, Baustoffe,

2-Komponenten-Lacke, Farben, Glasfaser-Kunststoffe, häufig bei Windrotoren

Über 2%

 

Die besondere Bedeutung der Duftstoffe:
Allein 2 bis 4% der Bevölkerung und 10% der Allergie-Patienten haben eine Typ-IV-Sensibilisierung gegenüber den häufigsten Duftstoffen erworben. Der mit einem „Duftstoffmix“ durchgeführte Sensibilisierungstest erfasst aber nur 60 bis 70% der tatsächlichen Duftstoff-Sensibilisierungen. Zu Typ-I-Sensibilisierungen auf Duftstoffe gibt es bis 2004 noch keine gesicherten Erkenntnisse. Besonders unangenehme Duftstoff-Wirkungen, die offenbar nicht auf allergischen Mechanismen beruhen, treten bei Personen auf, die eine starke Sensibilität auch gegenüber anderen Chemikalien erworben haben (MCS, Multiple Chemikalien-Sensitivität). In der Regel werden Düfte nicht mit Einzelstoffen, sondern mit Gemischen aus mehr als 100 Einzelsubstanzen erzeugt. Von den 2500 in Frage kommenden Duftstoffen sind die wenigsten in ihren toxischen Eigenschaften untersucht. (Umweltmed. Infodienst 1, 2004, 19 ff.).

Lit.: Schnuch, A., Geier, J., Lessmann, H., et al., Umweltbundesamt, WaBoLu-Hefte 1/2004, zit. in Umweltmed. Infodienst 1, 2004, 6f.;

Weitere Informationen zu Allergien bekommen Sie vom Fachbeirat des Ha.B.T. Bundesverband HausBauTechnik, Haustechnik und Baustoffe, Klima- und Gesundheitsschutz im Bauwesen

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